Früher erlebte ich es oft

dass irgendwelche jungen „aufgeklärten“ Typen sagten, wenn überhaupt Religion, dann Buddhismus. Und wenn man sie dann nach dem Buddhismus fragte, wussten sie überhaupt nichts. Sie wussten höchstens noch, dass sie mal während ihres Urlaubs bei einem Straßenhändler die Statue von einem dickbauchigen Mann erworben hatten, der so viel Ruhe ausstrahlte, und dann war ja da noch der Dalai Lama, und überhaupt war es einfach unglaublich schick, Buddhist zu sein. Dass Buddhismus eine Religion der Meditation, der weltlichen Entsagung und Genügsamkeit ist, für westliche Menschen daher denkbar ungeeignet, davon hatten sie keinen blassen Schimmer.

Mit dem Islam läuft es heute ganz ähnlich. Die „aufgeklärten“ Jugendlichen fühlen sich zwar nicht als Muslime, aber sie verteidigen diese Religion, ohne auch nur einen Deut darüber zu wissen. Islam, das ist einfach so schön multikulti, Hauptsache nichts Abendländisches, vor allem nichts Deutsches, und Toleranz wird ohnehin allzeit groß geschrieben. Ich traue mich zu sagen: Wenn die katholische Kirche mit ihren Mitgliedern und Gegnern so umgehen würde, wie der Islam mit seinen Anhängern und Gegnern umgeht, fänden – auch hierzulande – blutige Straßenschlachten statt, wobei die Linken ihre unpubertierten Stupsnasen natürlich wieder ganz vorne hätten.

Aber manchmal ist Ignoranz eben der beste Schutz davor, Stellung beziehen zu müsen.

Nur noch zwei Wochen – dann erscheint:

wolkenhotel cover

„Das Schöne am Wolkenhotel ist, dass ich auch diesmal verschiedenen Personen aus meinem Leben ein Denkmal setzen konnte. Ich setze gerne Denkmäler. So viele haben es verdient, die still leben und still sterben, nach denen keiner fragt und die einfach unsichtbar ins Gewebe der Zeit eingehen. Ich interessiere mich nicht für Promis und Stars. Die Stars in meinem Leben waren die, die mich ein Stück weit begleiteten und den Roman meines eigenen Lebens mit genug Handlung erfüllten, dass ich der Versuchung widerstand, ihn irgendwann einfach abzubrechen.“

Oliver M. Fehn mu 12

Worüber ick mir ärjere …

… so hieß eine Kolumne des großen Kurt Tucholsky in einer Berliner Zeitung, und ich muss den Spieß umdrehen und sagen:

Worüber ick mir freuen würde …

Es kommen jeden Tag so viele Besucher auf diese Seite (ich kann es an der Statistik sehen), aber kaum einer nutzt die Kommentarfunktion, um mir ein paar Worte zu einem Beitrag, zu einem Gedicht, zu einer Geschichte zu hinterlassen – oder, falls etwas gefällt, auch öfter mal ein Like. Dabei würde ich mich über etwas mehr Resonanz wirklich freuen.

So, jetzt wisst ihr beides: Worüber ick mir freuen würde … und worüber ick mir ärjere.

Euer Oliver