Bauernopfer für die Korrektheit

Über das einfältige Weltbild der Grünen

von Oliver Fehn

Eins mal vorweg: Die Polizei hat fantastisch gearbeitet am Silvesterabend. Während andere beim Bleigießen saßen oder die letzten Lichter des Jahres 2016 aufleuchten ließen, waren die Beamten auf der Kölner Domplatte im Einsatz, um Ordnung in das Chaos zu bringen, das mit Sicherheit auch in diesem Jahr entstanden wäre, hätte man möglichen Ausschreitungen nicht so wohlvorbereitet entgegengewirkt. Und die Strategie war erfolgreich. Das zeigte sich daran, dass sie funktionierte. So einfach ist das.

So einfach wäre das. Doch wenn Deutschland – vornehmlich, ja einzig und allein Deutschland – mit einer Selbstschutzmaßnahme erfolgreich ist, weiß die Partei der Grünen das gar nicht zu goutieren. Sie zieht ein hilfloses Volk vor, das nicht weiß, was es gegen die Überzahl von Schwarzen und Halbschwarzen mit finsteren Gesichtern und Knochen im Haar ausrichten soll. Und so musste ein Schönheitsfehler gefunden werden.

koln-2017

(Foto: Polizei NRW)

Jeder konnte förmlich spüren, wie sich etwas zusammenbraute. Und noch während die Polizei in der Kälte der Kölner Silvesternacht sich ihr Fest um die Ohren schlug, schienen einige grüne Politiker sich bereits das schlaffe Gesäß am langen Tisch zu wärmen und stellten die quälende Frage: Wo könnte der Fehler liegen? Immerhin hatte taz-MitarbeiterIn Christoph Herwartz sich bereits einen Tag zuvor das Hirn über mögliche Formfehler zermartert und einen Kommentar geschrieben, der sich auf die Kurzformel reduzieren ließ: Wir wissen zwar auch, dass die Gewalt weitgehend von Nordafrikanern ausgeht, aber wir könnten wenigstens so tun, als wüssten wir es nicht.

Dann kam der rettende Einfall mit dem Begriff Nafris. Der sei rassistisch, tönte man, und vorverurteile eine ganze Volksgruppe. Man habe die Verdächtigen nach ihrem „Aussehen“ eingeschätzt, hieß es, als handle es sich um das Ergebnis eines Schönheitswettbewerbs, und  reduziert man diese Anklage auf ihren Kern, so lautet sie: Einige oder auch etliche Opfer mehr durch eine andere Strategie hätten wir hinnehmen müssen, wenn dadurch nur die politische Korrrektheit gewahrt geblieben wäre. Empathie für die Menschen … Fehlanzeige.

Leider ließ sich die Polizei von den Nörgelkindern wieder einmal zu schnell in die Enge treiben. „Wir hätten das Wort Nafris besser nicht posten sollen“, sinnierte der Kölner Polizeipräsident Jürgen Mathies schon wenig später. Doch warum eigentlich nicht? Das Ergebnis dieser Art von „Rassismus“ war ein schöner, weitgehend stressfreier Jahreswechsel. Wie die Polizei arbeitet, muss sie selbst wissen. Man hätte zu Frau Peter sagen können:

„Natürlich bewerten wir Gefahren nach unseren Erfahrungen; zu diesem Zweck hat die Schöpfung uns mit Sinnesorganen ausgestattet, und im Gegensatz zu Ihnen hat es bisher noch jede Haselmaus kapiert. Wir speichern Bilder, Geräusche und Gerüche, damit sie uns das nächste Mal als Warnung dienen. Wer kennt diese Situation nicht aus Kneipen- und Discotagen? Guck mal, der da vorne sieht komisch aus, der führt was im Schilde, sei mal bisschen vorsichtig. Ich glaube, dass auf diese Weise so manche Schlägerei vermieden wurde. Aus einem ganz einfachen Grund: Weil uns allen körperliche Unversehrtheit wichtiger war als moralische. Und weil, verehrte Frau Peter, jeder Halbstarke im Samstagabendgetöse über bessere Überlebensstrategien verfügt als Sie.“

Den Erfolg der Polizeimaßnahmen stellte übrigens niemand in Frage, aber so richtig glücklich machte er auch nicht jeden. Krimi-Autorin Regina Schleheck, vor allem bekannt dadurch, dass sie vergangenes Jahr in Köln nichts gesehen und nichts gehört haben will, leider aber wie der dritte Affe nicht den Mund halten konnte, hätte in diesem Jahr wenigstens der Polizei für ihren Einsatz danken können. Aber sie frohlockte auf ihrer Facebook-Seite lieber über den friedlichen Jahresbeginn, ohne dabei lästige Ursachenforschung zu betreiben. Die anderen feministischen Beauty Queens taten das gleiche wie schon letztes Jahr: Sie schwiegen. Sie schweigen, wenn nichts passiert, und sie schweigen, wenn die Hölle los ist. Und melden in ihrer unglücklichen Mischung aus zwickender Backfisch-Boshaftigkeit und heiliger Einfalt höchstens mal jemand bei Facebook, weil er das Wort Neger verwendet hat.

Oder künftig auch Nafri.

Copyright 2017 by Oliver Fehn

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s