Schöne kaltschnäuzige neue Welt

Sag mal, haben die alle einen an der Klatsche?

Als erstes erwischte es die Zeitungskolumnistin Barbara Eggert (Westfalenblatt). Sterben soll sie, hieß es in zahlreichen Online-Kommentaren, verrecken, aufgehängt gehört sie, eine homophobe Schnalle, des Lebens nicht würdig. Was passiert war? Eggert hatte in ihrer Kolumne „Guter Rat am Sonntag“ gewagt, zum Thema Schwulenehe eine … sagen wir, nicht ganz zeitkonforme Meinung zu vertreten. Und schon ertönte ein Aufschrei, den man insgesamt auf folgenden Nenner bringen könnte: „Wir sind schwul, und wir wollen nicht toleriert, nicht akzeptiert, nicht wie jeder andere behandelt werden. Ja, nicht einmal geliebt werden reicht uns noch. Wir wollen, dass die gesamte Öffentlichkeit uns permanent bauchpinselt.“

Zwischen Outing und Entsetzen

 Warum das Thema Homosexualität völlig neu bewertet werden muss

Der ehemalige Bundesligaspieler Thomas Hitzlsperger ist einen wichtigen Schritt gegangen. Einen wichtigen Schritt in seiner Karriere, würde man gern sagen, wenn das nur wahr wäre: Denn Hitzlspergers aktives Leben als Spieler ist vorbei, und wenn er sich jetzt – im Alter von 31 Jahren – zu seiner Homosexualität bekennt, geht er, was seinen Ruf in der Öffentlichkeit und sein Image als Sportler betrifft, kein großes Risiko mehr ein.

Trotzdem: Ich habe mich über Hitzlspergers Outing gefreut, und zwar aus einem bestimmten Grund. Continue reading