Auf meinem Nachttisch …

…liegt zurzeit Sven Heucherts Buch “Asche” –  eine Sammlung von 14 ganz besonderen Geschichten. Es ist immer Tristesse, die in Heucherts Geschichten vorherrscht, und immer verbirgt sie sich hinter dem, was andere für Leben halten. Eine Welt der Arbeitslosen, sexuell Ausgehungerten, denen der nächste Schritt egal ist, eine Welt aus typisch deutscher Öde, die auf Autobahnen spielt, in Fabriken, Lagerhallen, versifften Bars., Trotzdem spürt man den Einfluss der großen amerikanischen Meister der Kurzform wie Hemingway, Carver, Palahniuk sehr deutlich. Heucherts Sätze sind knapp, er trägt nicht dick auf, doch da sind immer wieder jene Worte und Dialogzeilen, an denen die Story sich entzündet. Für Harmoniesüchtige nicht die geeignete Lektüre – aber für Leser, die auf literarische Ehrlichkeit stehen. Was nicht bedeutet, dass er alle seine Geschichten selbst erlebt hat, er säße sonst längst im Knast – aber er kennt die Welt, in der sie spielen, man glaubt ihm jedes Wort. Ein exzellentes Stück Literatur – und ein Genre, das leider immer seltener wird.