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aufruhr

Anatole France:
Aufruhr der Engel
Roman
Deutsche Übersetzung von Oliver Fehn
268 Seiten
€ 16,95
ISBN-13: 978-3944893181

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Abschied von Michel Sardou

sardou

Es macht mich wirklich traurig. Michel Sardou, meines Erachtens einer der größten französischen Chansonniers überhaupt, gibt seine musikalische Karriere auf, um sich künftig nur noch dem Theater zuzuwenden.

Als ich in den Achtzigern in Paris war, hatten Chaoten soeben versucht, sein Auto in die Luft zu sprengen. Mit seinen provokativen politischen Chansons brachte er die linke Intellektuellenszene gegen sich auf. In den 70er Jahren hatte er Songs geschrieben, in denen er die Todesstrafe für Kinderschänder forderte, den Kolonialismus verteidigte und angeblich sexistische Äußerungen machte. Seine Kinder unterrichtete er privat, mit der Begründung: “Nicht auf einer Schule, die von diesem Staat gelenkt wird.” Als ich wenig später einen Feuilleton-Artikel mit dem Titel “Eine Lanze für Michel” veröffentlichte, bekam ich ähnliche Scherereien. Seitdem begleiteten mich seine Chansons durch mein Leben.

Zum Abschied sag ich leise “Salut” mit einem von Sardous bekanntesten Chansons. Der kleine Junge im Video – sein Sohn Romain – ist übrigens mittlerweile ein bekannter französischer Romanautor (“Das dreizehnte Dorf”).

Hard Rock Café

Reicht mir eine Gitarre,
und ich schmettere noch einmal
den Song von der Schwarzen Lady,
die in den schmalen Stunden
zwischen Mitternacht und Hahnenschrei
in gigantischen Läden einkaufen geht,

und der wir alle zu Füßen lagen:
damals,
als in unseren Kopfkinos
sich nur Blue Movies abspielten
und die Nächte so teuflisch waren und geil.

Morgen verlasse ich diese Stadt,
denn den Bewohnern graut vor mir.
Vor dem Geruch meiner schwarzen Lederjacke,
vor meinem Pitbull,
vor dem Messer, das ich stets bei mir trage,
wenn ich durch den lila Nebel stapfe
und nichts mehr empfinde,
nur noch diese Leere im Kopf
und diese Lust zu töten.

Schau, sagen sie,
da geht der Schwarze Mann,
der bei den Gräbern schläft
und in den Obstbäumen
auf unsere Kinder wartet.

Es ist okay.
Tröstet mich nicht,
ihr wackeren Freaks im Hardrock Café.
Gebt mir nur eine Klampfe,
und ich singe euch eine letzte Strophe
vom Gespenst meiner Kindheit:

jener pechschwarzen Dame,
die mich hart und zum Scheusal machte,
die mich nie losließ,
auch nicht in den endlosen Sommern,
wenn ich am Meer lag
und den Mädchen erlaubte,
Murmeln auf meiner nackten Haut zu rollen.

Immer war sie da:
schickte mir Krämpfe und Entzündungen,
ließ meine Träume zerfallen wie heißen Shit.

Doch in keinem Telefonbuch steht ihr Name.
Freunde von damals
schielen, wenn ich nach ihr frage,
auf die Uhr und flüchten.

Es ist okay.

Morgen mach ich mich davon,
ohne Gepäck, ohne Tränen.
Denn mein Herz ist hohl
und böse geworden über die Jahre.
Ich werde ein paar Schaufenster
zertrümmern unterwegs,
und ein paar Kieferknochen.
Ehrlich.

Und in allen Kirchen
blas ich die ewigen Lichter aus,
denn nichts
besteht für alle Zeit,

nur sie und ich.

                                                (C) by O. F.

hardrock café

Charakterliche Unreife …

… eine unerträgliche Stimme, einen IQ wie 10 Meter Feldweg und noch dazu Schauspielerin (die ja ohnehin nicht die hellsten Kerzen am Baum sind) – ich bin dankbar, dass die pubertierende Perserin Enissa Armani gestern bei Plasberg in der Talkshow saß. Sie ist der Prototyp jugendlicher Bildungslosigkeit und einer kollektiven Hysterie., die man – wie ein Student der Psychiatrie – immer wieder am lebendigen Beispiel demonstriert bekommen sollte.


Wenn ein Zeigefinger zum Klugscheißen nicht
ausreicht …

Seit heute Morgen

… geistert ein Foto durch Facebook, das einen – sagen wir, arabisch aussehenden Menschen zeigt, der angeblich mit dem rätselhaften Attentäter Jens R. identisch ist. Dieses Bild ist eine Fälschung. Es zeigt höchstwahrscheinlich irgendenen Türken, der zur Zeit des Attentats als Passant unterwegs war.

Und auch wenn dieser Fremde sich nur peripher von all den tausend anderen Morgenlandbewohnern unterscheidet, die sich in Münster derzeit tummeln, gerät hier natürlich eine unschuldige Person unter falschen Verdacht. Das ist nicht wünschenswert.

Wichtig ist aber – und auch das sollte unbedingt gesagt werden: Wenn wir uns wirklich darauf verlassen könnten, dass die Medien uns präzise, lückenlos und objektiv informieren, käme gar kein Mensch auf die Idee, mit gefaketen Fotos auf Sensationsjagd zu gehen. Aber wir sind in den letzten zwei Jahren so oft angeschwärzt und über den Tisch gezogen worden, dass wir uns bei jeder Zeitungsmeldung automatisch fragen: Wie wird es wohl wirklich gewesen sein? Und nur dadurch kommt es zu solchen Täuschungsmanövern. Eine unvoreingenommene Presse, die mit Fakten aufwartet anstatt mit einer Agenda hausieren zu gehen, nimmt Fake-Nachrichten allein durch ihre Existenz jeglichen Wind aus den Segeln.

Auch bei der deutschen Presse war das mal der Fall. Aber das ist schon eine gute Weile her.