Heilige Welt! Ein abgeschobener

Afghane hat sich selbst umgebracht, und eine ganze Szene einschließlich der Roth ist ach, zu Tode betrübt. Es begehen überall täglich Menschen Selbstmord: aus Einsamkeit, aus Verzweiflung, aus schwerer Krankheit, weil sie das Leben nicht mehr ertragen, weil ihnen der letzte Groschen zum Essen verwehrt wurde. Nach denen kräht kein Hahn. Lasst die Toten ihre Toten begraben und spielt sie nicht als Trumpfkarten für euch aus, ihr falschen Fuffziger.

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Gestern bei Beatrix

von Storch, heute bei Alice Weidel: Das ist die neueste knallharte Top-Secret-Absprache der Blockparteien im Bundestag – bei AfD-Rednern künstlich lachen (statt wie bisher einen epileptischen Anfall zu bekommen). Bis jetzt hab anscheinend nur ich es gemerkt. In zwei Wochen wird auch der Blödeste sich dafür fremdschämen.

Leseprobe aus “Sturmhöhe” (Wuthering Heights)

Dieses Mal war ich mir bewußt, in dem Eichenkabinett zu liegen, und vernahm deutlich den tobenden Wind und das Schneetreiben draußen. Ich hörte auch den Föhrenzweig mit seinem aufreizenden Geräusch, das ich nun der richtigen Ursache zuschrieb; aber es ärgerte mich so sehr, daß ich beschloß, es zum Schweigen zu bringen; ich glaubte aufzustehen und mich zu bemühen, den Fensterflügel loszuhaken. Der Haken war in der Krampe festgelötet, ein Umstand, den ich im Wachen bemerkt, aber wieder vergessen hatte. »Das muß trotzdem aufhören!« murmelte ich, stieß meine Faust durch die Scheibe und streckte den Arm aus, um den lästigen Zweig zu packen. Statt dessen schlossen sich meine Finger um eine kleine, eiskalte Hand! Das schreckhafte Entsetzen eines Alpdruckes überfiel mich. Ich versuchte meinen Arm freizubekommen, aber die Hand klammerte sich daran fest, und eine todtraurige Stimme schluchzte: »Laß mich hinein, laß mich hinein!« »Wer bist du?« fragte ich und versuchte mit Macht, mich zu befreien. »Catherine Linton«, antwortete es bebend. (Warum dachte ich nur an Linton? Ich hatte zwanzigmal öfter Earnshaw gelesen als Linton.) »Ich bin wieder da, ich hatte mich im Moor verirrt!« Während es sprach, nahm ich dunkel das Gesicht eines Kindes wahr, das durch das Fenster blickte. Das Entsetzen machte mich grausam: Da es zwecklos schien, das Geschöpf abzuschütteln, zog ich sein Handgelenk an das zerbrochene Glas und rieb es hin und her, bis das Blut herunterrann und die Bettücher befleckte. Und immer noch wehklagte es: »Laß mich hinein!«, hielt mich mit zähem Griff fest und machte mich fast wahnsinnig vor Angst. »Wie kann ich denn!« sagte ich endlich. »Laß mich los, wenn ich dich einlassen soll!« Die Finger lockerten sich, ich zog meinen Arm mit einem Ruck durch das Loch zurück, türmte hastig die Bücher zu einer Pyramide davor auf und hielt mir die Ohren zu, um das klägliche Flehen nicht mehr zu hören. So hielt ich wohl eine Viertelstunde lang aus; doch kaum lauschte ich wieder, so war das traurige Weinen wieder da, das ohne Pause wimmerte. »Geh weg«, rief ich, »ich werde dich nie hereinlassen, und wenn du zwanzig Jahre bettelst!«

»Es sind zwanzig Jahre«, klagte die Stimme, »zwanzig Jahre! Ich bin seit zwanzig Jahren heimatlos!« Jetzt war draußen ein schwaches Kratzen zu vernehmen, und der Bücherstapel bewegte sich, als wenn er mir entgegenstürzen wollte. Ich versuchte aufzuspringen, konnte aber kein Glied rühren und schrie in rasendem Entsetzen laut auf. Zu meiner Bestürzung entdeckte ich, daß der Schrei nicht geträumt war.

Hastige Schritte näherten sich meiner Zimmertür, jemand stieß sie mit kräftiger Hand auf, und ein Licht schimmerte durch die Öffnungen oben an meinem Bett. Ich saß noch schaudernd da und wischte mir den Schweiß von der Stirn, da schien der Eindringling zu zögern und murmelte etwas vor sich hin. Schließlich sagte er flüsternd, offenbar ohne eine Antwort zu erwarten: »Ist jemand hier?«

Ich hielt es für das beste, meine Anwesenheit zu bekennen, denn ich erkannte Heathcliffs Stimme und fürchtete, er würde weitersuchen, wenn ich mich ruhig verhielte. Deshalb wandte ich mich um und schob die Türen auseinander. Nie werde ich die Wirkung vergessen.

Heathcliff stand in Hemd und Hose an der Tür, eine Kerze tropfte über seine Finger, und sein Gesicht war so weiß wie die Wand hinter ihm. Das erste Knacken des Holzes durchfuhr ihn wie ein elektrischer Schlag, das Licht flog weit weg aus seiner Hand, und seine Aufregung war so heftig, daß er kaum imstande war, die Kerze wieder aufzuheben.

»Es ist nur Ihr Gast, Mr. Heathcliff«, rief ich laut, denn ich wollte ihm die Demütigung ersparen, seine Feigheit noch länger zu offenbaren. »Ich hatte das Mißgeschick, im Schlaf zu schreien. Ein furchtbarer Alpdruck ängstigte mich. Es tut mir leid, daß ich Sie gestört habe.«

»Hol Sie der Teufel, Mr. Lockwood! Ich wollte, Sie wären in der Hölle!« rief mein Wirt und stellte die Kerze auf einen Stuhl, weil er merkte, daß er sie nicht ruhig halten konnte. »Und wer hat Sie in dieses Zimmer gewiesen?« fuhr er fort, bohrte seine Nägel in die Handflächen und knirschte mit den Zähnen, um das Zucken seiner Kinnbacken zu unterdrücken. »Wer war das? Ich habe nicht übel Lust, ihn augenblicklich aus dem Hause zu jagen.«

Wir schaffen den unglaublichen Spagat …

04 ntifa

immer netter und pflegeleichter und gleichzeitig immer fieser zu werden.

Ich beobachte die Gesellschaft jetzt schon eine ganze Weile, und am auffallendsten ist, in welchem Maße Einfühlungsvermögen, Empathie und Mitgefühl geschwunden sind. Ich sehe Gesichter, bis zur äußersten Hässlichkeit entstellt von ihrer Ideologie, der sie sich derart sklavisch unterwerfen, dass sie gar nicht merken, wie sie mehr und mehr zu gefühllosen Insekten werden. Von ihrem Reptilienkomplex gesteuerte Geschöpfe, die nicht einmal davor zurückschrecken, trauernde Mütter zu verhöhnen, uralte Menschen wegen Pfennigbeträgen ins Gefängnis zu stecken und die Existenz Andersdenkender durch “Aushungern” zu zerstören. Ihre Feindbilder sind grundsätzlich kollektiv, woraus man sieht, dass sie anerzogen sind.

In den siebziger Jahren wurde heftig darüber diskutiert, ob der Mensch das Produkt seines Erbguts oder seiner Umwelt ist, und natürlich kam man zu keinem Ergebnis, da man, ohne es zu merken, von zwei verschiedenen Menschenbildern ausging. Heute lässt sich das leicht auf einen Nenner bringen: Die Starken sind weitgehend immun gegen den Zeitgeist, die Schwachen sind von ihm formbar bis hin zur Bestialität.

O. F.